Alemannenring Racing feierte 15-jähriges Jubiläum

Mit einem 6 Stunden Teamrennen der anderen Art feierte Alemannenring Racing das 15 Jährige Jubiläum. Den Verein selbst gibt es zwar erst seit 2016, doch bereits seit dem Jahr 2003 ist man in verschiedenen Projekten im Zeichen des Alemannenrings unterwegs.

Unter dem Motto: "6 Stunden, 2 Strecken, 1 Rennen - keine Pause" plante man ein sehr ehrgeiziges Rennprojekt. Ein Teamrennen das ohne eine Unterbrechung auf 2 verschiedenen Bahnen stattfinden sollte. Hierzu lud man befreundete Teams ein und alle folgtem den Ruf und nahmen bis zu 500 km Entfernung in Kauf. Auf dieser Sonderseite möchten wir Euch einen Einblick in dieses Rennen verschaffen, welches bestimmt keine einmalige Sache bleibt.

 

6 Stunden, 2 Strecken, 1 Rennen - Keine Pause

Zeitplan des Rennens am 30.06.2018

10:30 Uhr Eintreffen bei Kartbahn Alemannenring, Singen
11:00 Uhr Beginn Freies Training
11:30 Uhr Ende Freies Training
12:00 Uhr Eintreffen bei GOKart-Bodensee, Steißlingen
12:30 Uhr Fahrerbriefing
13:00 Uhr Beginn Qualifikation
13:30 Uhr Ende Qualifikation
14:00 Uhr  Beginn 6h Rennen
17:00 Uhr Ortswechsel
Übergabe an Kartbahn Alemannenring, Singen
20:00 Uhr Zieleinlauf 6h Rennen
20:15 Uhr Siegerehrung
20:30 Uhr Biergartenöffnung

Mit einem ehrgeizigen Gedanken eines besonderen Teamrennens, wollten wir unser Jubiläum angehen. Und so entschlossen wir uns dazu, ein Rennen auszurichten wie es zuvor in Deutschland noch keiner tat. Ein Rennen, welches in der ersten Rennhälfte auf der Outdoorstrecke bei GOKart-Bodensee in Steißlingen startet und zur Rennhalbzeit für die zweite Hälfte nach Singen auf die Indoorstrecke der Kartbahn Alemannenring wechselt, und das ohne eine Unterbrechung.

 

Freies Training

Bereits um 11 Uhr ging der Fahrbetrieb mit einem 30 Minütigen freien Training los. Eine Option die überwiegend von den angereisten Gastteams genutzt wurde, denn es war die einzige Möglichkeit die Strecke in Singen noch einmal vor dem Rennen kennen zu lernen. Den Sprung ins kalte Wasser empfahl Rennleiter Mike Wilhelmi in seinen eMails vor dem Rennen keinen der Teams. Seine Aussage: "Wer in Singen schnell ist, der ist überall schnell". Mit Singen haben wir nicht nur eine Strecke mit dem Namen der alten DTM Strecke, sondern auch einen mindestens genauso technisch anspruchsvollen und engen Kurs wie das große Vorbild.

 

Qualifikation

Nachdem freien Training in Singen bot sich den Gastteams nun auch noch einmal die Möglichkeit die Strecke von Steißlingen innerhalb von 30 Minuten Fahrzeit näher kennen zu lernen. Die Strecke von Steißlingen gilt gerade aufgrund der Reifen nicht gerade als einfache Strecke zum Lernen. Wer nicht gerne mit einem untersteuernden Fahrzeug fährt ist in Steißlingen am falschen Ort. Dazu kommt noch eine sehr gemeine enge Haarnadelkurve mit anschließendem Bergaufstück auf dem man die komplette Runde wieder ruinieren kann. Wer hier schnell sein will braucht das volle Fahrerverständnis, von Ideallinie, über die richtige Gewichtsverteilung bis hin zur Technik. Wer das alles umsetzen kann hat in Steißlingen dafür sogar mit dem einen oder anderen Zusatzkilo keinen Nachteil. Während die Gastteams vor allem am lernen waren, waren es die Hausteams die vorne den Ton angaben. Alemannenring Racing, Mad Max und Next Generation fuhren während der gesamten Qualifikation auf den vordersten 4 Plätzen. Lediglich das mit Profis besetzte Team von Forever Racing konnte geschlossenes Top3 Ergebnis stören. Schlimmer noch, am Ende nahm man dem Team Alemannenring Racing sogar die Pole ab und verwies sie auf P2. Dahinter folgten dann die beiden Kartbahnen Waldshut und Singen, die in Steißlingen ebenso weniger Erfahrungen aufwiesen. Wie vermutet fuhren im letzten Drittel des Feldes die Gastteams des KSF Erftland, Hessisch Dynamite, sowie das WildCard Team der Super Smash Brothers, die sich der Herausforderung annahmen gegen Profiteams anzutreten. Auf dem letzten Platz das Alemannenring Racing VIP Team, bestehend aus eingeladenen Gästen und den beiden Rennleitern Mike Wilhelmi und Roland Schartner, die beide in der Qualifikation noch nicht ins Lenkrad griffen.

 

Rennen

Nun also ging es in die Rennvorbereitung. Ein solch besonderes Rennen verlangte auch nach einer besonderen Herangehensweise vor dem Rennen. Man zelebrierte das volle Prozedere einer Vorstartphase inkl. offenem Grid in welches die Startfahrer einfahren durften. Pünktlich um 14 Uhr setzte sich dann das Safetycar in Bewegung und leitete die Fahrer in die beiden Einführungsrunden. In der zweiten Runde schaltete das Safetycar die Lichter in der engen Haarnadel am tiefsten Punkt der Strecke ab. Nun lag es am Polesetter, Marcel Schlenker für das Team Forever Racing den Speed zu bestimmen. Schlenker der Formel 3 Erfahrungen mitbrachte ließ keinen Zweifel und gewann den Start, gefolgt von Ronald Lörincz (Alemannenring Racing) und Frank Martin (Mad Max by Alemannenring Racing). Dahinter dann das Team Alemannenring Racing Next Generation sowie die Teams der Kartbahnen Waldshut und Singen. In den ersten Runden gab es hier noch am meisten Action, reichten sich diese gegenseitig in den Positionen immer wieder hin und her. Das kostete natürlich Zeit was die Top 3 nutzten um sich eine Lücke herauszufahren. Und ganz hinten im Feld konnte Stephan Optiz, Gaststarter im VIP Team und Markeninhaber unseres Partners, der Kartbundesliga ein wenig mit den Kollegen aus Hessen kämpfen, was sich als schwierig gestaltete, da das VIP Team außer Konkurrenz startete und somit mit dem schwächsten Kart Vorlieb nehmen musste.
Vorneweg fuhr Marcel Schlenker ungestört und schaffte es, ein wenig Distanz zwischen sich und Alemannenring Racing zu legen.
Die ersten Fahrerwechsel fingen bereits nach den ersten 30 Minuten an durch die Super Smash Brothers und dem VIP Team, da beide mit 6 Fahrern gestartet waren und die Fahrzeiten gleichmäßig verteilen wollten. Die Topteams nutzten die Zeiten voll aus und schnell versuchte man gegenseitig heraus zufinden wer auf welcher Strategie unterwegs war. Per Reglement waren 6 Wechsel vorgeschrieben, wovon einer, der Wechsel auf die Bahn nach Singen ein fest geplanter Wechsel war. Damit hatten die Teams insgesamt 5 Wechsel zur freien Verfügung. Verteilt auf 2 Bahnen bedeutete das, dass man auf einer der beiden Bahnen 2 und auf der anderen 3 mal stoppen wollte. Durch die Mindeststandzeit musste man sich also schon in Steißlingen entscheiden, ob man ggf. mit 60 Sekunden Vorsprung oder Rückstand auf die Konkurrenz nach Singen wechselt. Und vor dem schließen des Wechselfensters in Steißlingen war dann auch die unterschiedliche Herangehensweise bei den beiden führenden Teams klar. Während Forever Racing in Steißlingen nur 2 mal stoppte, erledigte Alemannenring Racing in Steißlingen bereits 3 Stopps. Somit lagen zwischen beiden Teams vor dem Wechsel über 60 Sekunden Differenz, was in Steißlingen fast 1,5 Runden entsprach.
Eine Stunde vor dem Wechsel nach Singen verließ dann Rennleiter Mike Wilhelmi die Bahn in Steißlingen und übergab das alleinige Zepter an Roland Schartner. Die heiße Phase begann. Während der Zuschauerbereich in Steißlingen immer leerer wurde, füllte sich dieser in Singen und man sah der spannenden Wechselphase entgegen. Die Nervosität bei den Veranstaltern wuchs, konnte man diesen Wechsel schließlich nicht proben. Rund 10 Minuten vor dem Wechsel erfolgte der Anruf durch Roland Schartner. Mike Wilhelmi gab in Singen das Zeichen zum Bereitmachen. Die Motoren wurden angelassen, die Fahrer richten ihre Karts. Die Telefonleitung wurde nicht mehr aufgegeben. Dann erfolgten die Momente die von Rennleiter Mike Wilhelmi nach dem Rennen als DIE Gänsehaut Momente beschrieben wurden. Schartner meldete, noch 5 Runden für den Führenden. In Steißlingen am Steuer des führenden Teams zu dieser Zeit der TCR Germany Fahrer Mike Halder. Der Zuschauerbereich in Singen füllte sich weiter, die Fahrer saßen alle gespannt in ihren Karts. "Noch 3 Runden" kam die Ansage durch das Telefon und wurde lautstark von Mike Wilhelmi in die Halle in Singen weitergegeben. Nun konnte man langsam die Spannung spüren und fast schon greifen. Auch im Bistro der Kartbahn Alemannenring versammelten sich immer mehr Gäste an den Fenstern mit dem Blick auf die Strecke. "Der Führende ist abgewunken, bereitmachen". In Steißlingen erhielt Halder die karierte Flagge, was bedeutete, dass er nun noch die Auslaufrunde unter Rennbedingungen zu Ende fahren musste um dann die Box anzusteuern. "Box, Box, Box" lautete der nächste Kommentar von Schartner, das Signal nach Singen dass Halder nun in der Einfahrt der Boxengasse angekommen war, die Zeitnahme in Singen wurde gestartet, die Ampeln sprangen auf grün. Wilhelmi stellte sich zu Startfahrer Marcel Schlenker der auch in Singen den Startturn fahren sollte. Erst wenn Halder das Kart in Steißlingen verlassen hat und mit beiden Beinen aufrecht am Boden stand gab es das Startsignal. "Fahrer raus" tönte Schartner durch das Telefon während im gleichen Zug Wilhelmi das Startsignal an Marcel Schlenker gab. Nun konnte man die Spannung in den Gesichtern aller Fahrer lesen. Forever Racing hatte in Steisslingen über eine Runde Vorsprung. Schartner warnte Wilhelmi vor, die nächsten beiden Teams kommen fast Zeitgleich in die Box. Startnummer 2 vor Startnummer 1. MadMax vor Alemannenring Racing. "Abgewunken, bereitmachen". 2 komplette Runden schaffte Schlenker in Singen, dann erfolgte das Startsignal an Frank Martin für Mad Max und unmittelbar danach auch an Thomas Malek für Alemannenring Racing. Die Hatz war eröffnet und Stück für Stück rückten die Fahrer und Teams nach. Während es in Steißlingen immer weniger Karts wurden wuchs die Zahl in Singen stetig. Lediglich in einem Fall ging der Wechsel schief. der Fahrer des Teams Kartbahn Alemannenring, Janik Herrmann fuhr in einem Pulk aus mehreren Fahrern und bekam nicht mit dass die karierte Flagge ihm galt. Auf Nachfragen von Wilhelmi was dann mit Kart Nummer 7 sei, erklärte Schartner das. Herrmann kam mit 2 Runden Verspätung an die Box. Man informierte das damit zurückgefallene Team und erklärte in Singen, dass man abwarten möchte bis Rennleiter Schartner und Fahrer Herrmann in Singen ankommen würden um beide zu befragen. Am Ende gewährte man dem Team eine Gutschrift von 3 Runden sowie eine verkürzte Standzeit bei einem Boxenstopp um somit wieder die rund 84 Sekunden Zeitverlust reinzuholen. Konnte während des Turns von Marcel Schlenker das Team von Alemannenring Racing noch den Abstand verkürzen, tat nach dem Fahrerwechsel der Indoor Europameister Thomas Schaller alles dafür dass dies nicht weiter verkürzt wird. Er sicherte sich in seinem Turn die schnellste Runde in Singen und schaffte es als einziger eine Runde von unter 25 Sekunden zu fahren.  Aber in den Hinterköpfen geisterte noch rum, dass Forever Racing in Singen einmal mehr stoppen müsste als Alemannenring Racing für die nun Richard Stanford am Steuer saßen und alles daran tat, dass der Abstand zu Forever Racing konstant bleibt. Beide Teams suchten während des Rennens noch Rennleiter Mike Wilhelmi auf. Das Reglement sagte keinen Zeitpunkt voraus zu dem der letzte Stopp absolviert werden muss. Wilhelmi klärte auf, dass der letzte Stopp in der Rennzeit durchgeführt sein muss, ansonsten aber bis zum Schluss gewartet werden kann. Eine Karte auf die Forever Racing setzen wollte und so holte man Mike Halder 8 Minuten vor dem Ende noch einmal rein und übergab für den Schluss noch einmal an Thomas Schaller. Auch Mad Max wechselte noch einmal spät. Alemannenring Racing fuhr an beiden vorbei und hatte dank der Aufholjagd zu Beginn in Singen nun eine Runde Vorsprung. Diese verwaltete der Schlußfahrer, HBKM Meister Ronald Lörincz bis zum Ablauf der Zeit und sicherte dem Heimteam somit den Sieg im Heimrennen. Zweiter wurden die Profis von Forever Racing, rundengleich gefolgt von MadMax by Alemannenring Racing. Trotz Zeitverlust in Steißlingen schaffte es das Team der Kartbahn Alemannenring sich auf Position 4 nach vorne zu fahren. Die Rundengutschrift die final noch aufgerechnet wurde veränderte hier in beide Richtungen nichts mehr.

 

Nachlese

Was bleibt nach diesem Event festzuhalten? Nun, die Deutschlandpermiere eines zweigeteilten Rennens, auf zwei verschiedenen Bahnen soll nicht alleine bleiben. Die Köpfe der Veranstalter rauchen schon wieder und man überlegt sich den nächsten Schabernack. Es war schön zu sehen dass alle Teams mit Begeisterung dabei waren und wir bedanken uns für die Teilnahme an diesem für uns natürlich doppelt besonderen Rennen. Wir freuen uns in unserem VIP Team insgesamt 4 Gästen eine Einsicht in den Langstreckensport gegeben zu haben. Mit Stephan Opitz von der Kart-Bundesliga hatten wir hier zumindest einen erfahrenen Mann mit dabei. Daneben sammelte mit Dominik Dose ein Redakteur des Südkuriers seine erste Rennerfahrung überhaupt und die beiden Gewinner eines von unseren Partners, dem Gesundheitsstudio Move, ausgeschriebenen Gewinnspiels freuten sich ebenfalls über die erste Langstreckenerfahrung. Wir müssen uns bei beiden Kartbahnen bedanken, die uns super Karts zur Verfügung gestellt haben. Und auch bei den Fahrern allgemein. Auf der Strecke ging es stets sehr fair zu. Das machte sich schon beim Briefing bemerkbar. Als das Team Cool Runners by KSF Erftland, mit der weitesten Anreise, mitteilte dass am Vortag der dritte Fahrer verletzungsbedingt ausfiel, ließ man abstimmen ob ein Sonderstart mit nur 2 Fahrern möglich wäre, da dies eigentlich nicht dem Reglement entsprach. Alle sagten diesem zu. Als dann in Singen auch noch die nächste Fahrerin des KSF mit Kreislaufproblemen ausfiel war es der Teamchef von Forever Racing, Silvio Böhm der hier kurzerhand seinen Overall anzog und für das Team Cool Runners startete. Kartfahren verbindet. Zwar ist man auf der Strecke noch Konkurrent, aber daneben gibt es eben doch viele Freundschaften. Auch freuen wir uns über das Wildcard Team der Super Smash Brothers. Diese Partytruppe zog in den Kampf gegen 8 Profiteams und zeigte, dass man auch ohne ein Topergebnis viel Spaß haben kann.

Wir freuen uns schon auf ein nächstes Mal! Auf die nächsten erfolgreichen Jahre!
- Euer Team von Alemannenring Racing -

Eigentlich war geplant, dass wir während des Rennens noch eine Sonderausgabe unseres Youtube Magazins "HBKM...inside" drehen. Leider fehlte uns während des Rennen aber schlichtweg doch die Zeit. Wir haben daher die Fotokameras unserer Fotografen geplündert und dafür alle, über 2000 Fotos veröffentlicht. Da diese Menge diese Sonderseite sprengen würde gibt es neben der unten angehängten Galerie noch einmal eine extra Galerie mit allen Fotos.

Zur kompletten Galerie (2202 Fotos)

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